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Aber ſie zögerte immer wieder mit der Ausführung dieſes Vorhabens, denn nichts war ihrem innerſten Weſen mehr zuwider, als Verſtellung, und endlich gab ſie es ganz auf.
Wozu, ſprach ſie, ihre Unſchlüſſigkeit beendend, vor ſich hin, wozu ſoll ich mir dieſen Zwang auferlegen? Ich habe die Bedingung geſtellt, ungeſtört bleiben zu können, und will mich meines Vortheiles bedienen.
Sie ſchickte Lucie mit der Nachricht zu ihrem Vater, daß ſie unpäßlich ſei und den Tag über ihr Zimmer nicht verlaſſen könne. Der Graf ſei zuerſt ſehr ungehalten da⸗ rüber geweſen, berichtete dieſe, habe dann aber gelacht und geſagt: er wiſſe ſchon, es ſei gut, er würde ſich ſpäter nach dieſer gefährlichen Krankheit erkundigen.
Der kurze Wintertag neigte ſeinem Ende und die Nacht begann heraufzuziehen, jene Nacht, welche die Ent⸗ ſcheidung ihres ganzen künftigen Lebensglückes in ihrem dunkeln Schooße barg. Ihre Unruhe ſteigerte ſich von Minute zu Minute, und obgleich der Zeiger der Uhr ſo unendlich langſam weiter rückte und jetzt erſt die fünfte Stunde zeigte, ſo begann ſie doch ſchon, nach Minuten zu rechnen, und mußte ſich immer und immer wieder ſagen, daß ſie thöricht und kindiſch handle, obgleich es ohne Erfolg war.
Noch immer war ihr Vater nicht gekommen. Sollte


