Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Ost und West : 3. Theil (1865)
Entstehung
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ſie nochmals ſchicken? Sollte ſie hinüber gehen? Sprechen mußte ſie ihn noch einmal; je näher die Stunde der Entſcheidung kam, um ſo höher ſteigerte ſich das Ver⸗ langen, ihn zu ſehen, ſie hätte es für ein Verbrechen ge⸗ halten anders zu handeln. Endlich kam er. Sie trat ihm raſch und bewegt entgegen, indem ſie ſeine Hand ergriff; aber die Gefühle, welche ſie jetzt mit ſo großer Gewalt zu ihm hinzogen, fanden keine ähnliche Erwiederung in den ſeinigen.

Er war ſehr heiter, in einer beſonders fröhlichen Stimmung, wie man es nach dem Genuſſe eines guten Diners zu ſein pflegt. Das war es nicht, was ſie ſuchte und erwartete; ſie fühlte ſich erkältet, wie immer, wenn der Menſch in bewegter Stimmung bei denen, die er liebt, eine ungleiche, nicht vorausgeſetzte findet!

Nun, ſagte der Graf, indem er ſich lächelnd und mit einem unterdrückten Gähnen auf einen Seſſel warf, du biſt unpäßlich? Daß du jetzt ſo viel an Unpäßlichkeiten leideſt! Wir haben auf deine Beſſerung angeſtoßen, mein Kind, mit dem herrlichſten Gewächs, das es gibt, und hoffentlich wird ſie morgen jedenfalls eintreten.

Darauf kannſt du dich feſt verlaſſen, ſagte ſie, unan⸗ genehm berührt.

Es freut mich, daß du dieſe Ueberzeugung theilſt, denn die Sache muß doch einmal zu Ende gehen.

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