Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Ost und West : 3. Theil (1865)
Entstehung
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Sie dachte unwillkürlich an ihren Traum, den ſie um dieſelbe Zeit gehabt.— Wie geht es ihm? Was macht er? fragte ſie weiter.

Er ſchläft noch immer; er iſt nicht einmal erwacht, als wir ihn hinüber trugen, auch dann nicht, als wir ihn entkleideten, die naſſen, verquollenen und zerriſſenen Stiefel von ſeinen Füßen ſchnitten und ihn in das Bett legten.

Halten Sie ſeinen Zuſtand für bedenklich?

Es läßt ſich darüber vorläufig nicht urtheilen, gnädige Gräfin— er hat ein nicht unbedeutendes Fieber, ſein Ge⸗ ſicht iſt geröthet und ſein Athem kurz und eilig. Vielleicht iſt Alles nur die Folge der großen Anſtrengungen und Entbehrungen, die er ausgeſtanden, dann wird der Schlaf ihn wieder geneſen laſſen— vielleicht trägt er auch den Keim einer verderblichen Krankheit in ſich— es wird ſich das Alles zeigen, wenn er erwacht und zum Bewußtſein zurückgekehrt ſein wird.

Für jetzt ließe ſich nichts weiter thun?

Ich wüßte nicht. Ich habe das Zimmer nur mäßig heizen laſſen, weil die Erfahrung lehrt, daß Menſchen, die lange durch Kälte und Entbehrung gelitten haben, zu große Wärme nachtheilig, ja tödtlich ſein kann. Eine zu⸗ verläſſige und verſchwiegene Wärterin iſt bei ihm und hat den Befehl, das Zimmer keinen Augenblick zu verlaſſen.