Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Ost und West : 3. Theil (1865)
Entstehung
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ſandte ſein blaſſes, bläuliches Licht hinein, das auf dem Teppiche phantaſtiſche Schatten warf und den röthlichen Schein der Rachtlampe auf ihre nächſte Umgebung zurück⸗ drängte. Es war am Abende verſäumt worden, weil ſie ſo eilig war, allein zu ſein, die ſchweren ſeidenen Vor⸗ hänge herunter zu laſſen, und es ſchien faſt, als ob der Mond neugierig dieſe Nachläſſigkeit benutze, denn es wurde immer heller im Zimmer, faſt wie an einem trü⸗ ben, nebeligen Tage, nur anders, lautlos geiſterhaft, ohne Leben, ohne Wärme.

Sie bemühte ſich vergebens, wieder einzuſchlafen, es gelang ihr jedoch nicht, auch dann nicht, als ſie aufge⸗ ſtanden war und den Vorhang herabgelaſſen hatte.— Er hat mich mit ſeinem bleichen Geſichte angeblickt, ſprach ſie leiſe vor ſich hin„indem ſie ſich feſter in die Decke hüllte, deßhalb flieht mich der Schlaf. Sie meinte den Mond, und lächelte dann über dieſe kindiſche, abergläu⸗ biſche Vorſtellung. Nach einiger Zeit hob ſie den Kopf wieder empor und blickte nach der Uhr, deren Zeiger jetzt bereits über die fünfte Stunde hinausgerückt waren.— Sie werden nun bald aufbrechen, dachte ſie dann— wenn Petrowitſch dennoch nicht Wort gehalten hätte? Dieſe Vorſtellung rief plötzlich eine neue Unruhe bei ihr hervor; ſie lauſchte mit verhaltenem Athem auf jeden Ton— aber es blieb Alles lautlos und ſtill, wie vorher. Noch