Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Ost und West : 3. Theil (1865)
Entstehung
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mich wirklich in dieſer Vorausſetzung getäuſcht haben? — Aber wenn Sie nur die Folgen im Auge haben, glau⸗ ben Sie dann wirklich, daß ich nicht ſo viel Einfluß auf den Fürſten beſäße, um ſeine Zuſtimmung zu einer an ſich unbedeutenden Bitte zu erlangen— vielleicht nur einer Laune? ſetzte ſie hinzu, indem ſie ihren Blick ver⸗ legen abwandte. Ich wiederhole, daß ich jede Verant⸗ wortung übernehme— jede. Der Fürſt ſoll ſogar Ihre Handlungsweiſe billigen und Sie deßhalb beloben— wenn auch vielleicht nur im Geheimen— darauf kann es Ihnen ja doch nicht ankommen.

Herrin, ſagte der Beamte, indem er ſeine bis dahin niedergeſchlagenen Augen ſchwermüthig zu ihr emporhob und ſie mit dem Ausdrucke von Trauer und Ergebung anblickte— ich bin nichts als ein Leibeigener des Für⸗ ſten, der ſeiner Willkür verfallen iſt und den er morgen zu Tode knuten laſſen kann— er hat mich unterrichten laſſen und in die Welt geſchickt, nicht meinetwegen, ſon⸗ dern allein ſeinetwegen— aber die erlangte Erkenntniß iſt keine Wohlthat für mich, denn ich empfinde mein Un⸗ glück dadurch nur um ſo tiefer— doch das betrifft mich allein.— Sie haben aber Worte zu mir geredet, wie ſie mein Ohr aus dem Munde eines der Gewaltigen noch niemals gehört hat! Sie haben die Wunden meines In⸗ nern berührt, aber dennoch meine Seele mit Dank er⸗