mit ihr in Sympathie tritt, zog ſie unbewußt mit einer Macht an, welche ſie lange nicht empfunden. War dieſe heitere, ſich entſchieden bewußte Winterlandſchaft nicht weit herrlicher, als jene hinſterbende, melancholiſche des vergangenen Abends! Sie dachte zwar daran, daß auch dieſes trügeriſche und beſtechliche Gewand des nahenden Winters bald verſchwinden und er, der finſtere, eigenwil⸗ lige, grauſame Herrſcher, dann Schnee, Sturm und er⸗ ſtarrende Kälte, ſein wahres und wirkliches Gefolge, über das alles hintreiben werde— aber es hatte immer einen entſchiedenen und beſtimmten Charakter, keine Blumen und keine Blüthen, aber funkelndes Eis und glänzenden Schnee, auf dem der Schlitten ihres Lebens in raſchem und klingendem Laufe dahinfliegen konnte. Was nutzt es, ſprach ſie mit einem halb wehmüthigen, halb ſpötti⸗ ſchen Lichinzu ſich ſelbſt, im Sommer an die Veilchen, im Herbſte an die Roſen und im Winter an die Blumen überhaupt zu denken? Jeder Menſch muß nehmen und ergreifen, was ihm geboten wird, und nicht nach dem ver⸗ langen, was doch einmal unwiederbringlich verloren iſt. Er wird ſonſt immer leer ausgehen und zu ſpät kommen. Es iſt eine Thorheit, ſich an Erinnerungen feſtklammern zu wollen und Wiederholungen zu erſehnen, welche nie⸗ mals aus ihrem Grabe erſtehen können! Für mich iſt es Winter geworden, ſetzte ſie ſchmerzlich hinzu— denn ich
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