Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Ost und West : 3. Theil (1865)
Entstehung
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es vielleicht noch nicht erkannt, daß die eigenen Gedanken

unſere ſchlimmſten Feinde, unſere ſicherſten und glatteſten Verführer ſind, daß ſie zuerſt kommen wie ſpielende, harm⸗ loſe Kinder, um ſchnell wieder zu entſchwinden, dann aber immer wieder da beginnend, wo ſie vorher aufgehs bis ſie uns beherrſchen und unſeren Will untet⸗ than machen. 2 In der darauf folgenden Nacht hatte es um erſten Male ſtärker gefroren. Als Hedwig an das Fenſter trat und in die Gegend hinausſchaute, kam es ihr vor, als ob dieſe in der Nacht plötzlich ein anderes Kleid ange⸗ zogen habe. Der Fluß trieb voller Eisſchollen, welche ſich am diesſeitigen Ufer dicht zuſammenſchoben und wie die ſtumme Avantgarde des Winters weiterſchwammen. Ob⸗ gleich kein Schnee gefallen war, ſo hatte doch ein ſtarker Reif die ganze Gegend in ein weißſchimmerndes Gewand gekleidet und die Bäume und Büſche bis in die feinſten Spitzen mit ſchneeigen Kryſtallen überzogen, die in der Sonne glänzten und funkelten, während die Bäume im Ganzen ausſahen, als ob ſie ſich zu einem allgemeinen Feſte hätten ſchmücken und pudern laſſen. Die Strah⸗

len der Sonne ließen auf den Wieſen und Feldern

Millionen von Diamanten erglänzen, welche die Hand des Winters darauf ausgeſtreut, gleichſam zur Ent⸗ ſchädigung für das grüne und blumengeſtickte Kleid,