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Ihr bis dahin feſter Entſchluß, ein Entſchluß, der eigentlich gar nicht ſo genannt werden konnte, weil er ſich ganz von ſelbſt verſtand: die Hand des Fürſten zu ver⸗ werfen, fing an, zweifelhaft zu werden— und dann hätte ſie weinen, über ſich ſelbſt weinen mögen, als ſie plötzlich fühlte, wohin ihre Gedanken ſich verirrt hatten! Aber ſie weinte nicht— ſie gehörte überhaupt nicht zu den weichen Frauen mit den ſtets thränenbereiten Augen— ſie em⸗ pfand einen tiefen, ſtechenden, herben Schmerz, aber ihr Gemüth verhärtete ſich zu einer immer größeren, kalten Reſignation. Wäre ihr Vater in dieſem Augenblicke in das Zimmer getreten, wer weiß, was ſie gethan hätte— es war eben ein ſolcher Moment in ihr Leben getreten, in welchem es uns zu Handlungen treibt, deren Folgen bis an unſern Tod auf uns laſten.
Statt ihres Vaters erſchien jetzt ein Diener mit Licht. Als er ſich wieder entfernt hatte und der Glanz der Wachskerzen von den ſilbernen Armleuchtern eine plötz⸗ liche Helle durch das Zimmer ergoß, blickte ſie wie aus einem Traume erwachend umher. Es war ihr wirklich, als ob ſie geträumt hätte— eine tiefe Röthe legte ſich über ihr Geſicht, während ſie mit niedergeſchlagenen Au⸗ gen da ſtand— ſie ſchämte ſich vor ſich ſelbſt, und es war ihr unbegreiflich, wie ſie ſich ſolchen Gedanken hatte hingeben können.— Sie wußte es noch nicht, oder hatte


