4
ſich vermählen würde? Gleichgültig in dieſer, aber nicht in anderer Beziehung. Sie wollte, indem ſie ſich dieſem
Manne opferte, wenigſtens dadurch alle ſonſtigen Vor⸗
theile erlangen, welche der Menſch als das Ziel ſeiner Wünſche immer in die erſte Reihe ſtellt.— Wie befriedi⸗ gend würde ihr Vater gelächelt haben, wenn er dieſe dem innerſten Weſen ſeiner Tochter widerſprechenden Gedanken hätte hören können!
Der Antrag des Fürſten, welcher bisher ein inneres Grauen bei ihr hervorgerufen hatte, kam ihr jetzt weit weniger verächtlich, ja, weit weniger unverſtändig vor.— Es flog ein kaltes Fröſteln, ein Schauer durch ihren Kör⸗
per, wenn ſie ſich als die Frau des Fürſten dachte— un⸗ willkürlich ſprang ſie bei dieſer Vorſtellung von ihrem
Sitze auf und ging raſchen Schrittes in dem Zimmer umher— aber weil ſie danach ſuchte, ſo fand ſie bald Vieles, was die dunkeln Farben dieſes Bildes milderte und die Lichter deſſelben heller erglänzen ließ. Seine Rohheit wurde der Ausfluß eines etwas heftigen Te
peramentes, das ſie beherrſchen konnte, ſein Alter— war gleichgültig— und da es dunkel im Zimmer gewordei und auch eine dunkle Stunde durch ihre Seele zog— ſo dachte ſie auch an ihre bald in Ausſicht ſtehende Unalt hängigkeit und an eine glänzende, lachende Zukunft, di ſich dann vor ihr erſchließen würde.
.


