Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Ost und West : 3. Theil (1865)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

danken hin und fand in der Sehnſucht nach dem Ende allein Befriedigung und Glück.

Einmal war es wie ein Sonnenſtrahl in ihr Leben gefallen, und ſie hatte die erſte Berührung dieſes Strah⸗ les empfunden in der dunkeln, ſtürmiſchen Nacht auf der Liſſa Hora dann aber, als er angefangen, heller und glänzender zu werden, war er plötzlich wieder erloſchen, abgewehrt von dem Schilde ihres Stolzes, in deſſen Schatten ſie ſich geſtellt hatte. Sie dachte immer noch mit einer wehmuthsvollen Empfindung an jene Zeit zurück, aber ohne Reue, denn niemals würde ſie ſich einem Manne zu eigen geben, der eine Andere wirklich und wahrhaft ge⸗ iebt hatte vielleicht noch liebte. Sie ſtand immer och im Schatten des Schildes ihres Stolzes, und je länger ſie dachte, je mehr der Mantel der Racht die vor hren Blicken ausgebreitete Gegend verhüllte, deſto ſtärker vurde dieſer Schatten und trat mit der Racht in Einklang. Das Geſchick hatte ſie auf einen Standpunkt geſtellt, wo ſie den thörichten Wünſchen des Herzens entſagen und in anderen Gütern eine Entſchädigung ſuchen mußte, wenn dieſe auch an ſich nichtig und keines Strebens werth

waren gab es überhaupt ſolche, von denen man das icht hätte ſagen können? Die Liebe zu einem Manne, das fühlte ſie, würde niemals mehr ihr Herz berühren * daher nicht ganz gleichgültig, welchem Manne ſie 5