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der Ruhe und des Friedens, und die ſcheidende Sonne ſah mit ihrem letzten Blicke liebevoll darauf hinab. Hedwig's Augen ſchweiften achtlos über das alles hin, ohne ſich der Schönheit des vor ihr ausgebreiteten Bildes bewußt zu werden, aber es blieb dennoch nicht ohne Ein⸗ fluß auf ihr Denken und ihr Empfinden. Die Melan⸗ cholie, welche über die weite, menſchenleere Gegend aus⸗ gebreitet lag, ſtand in wohlthuendem Einklange mit der Stimmung ihres eigenen Herzens, welches, müde des Kampfes mit einer unbefriedigten und uneingeſtandenen Sehnſucht, auch nach der Ruhe des Abends verlangte. Alles menſchliche Streben erſchien ihr zwecklos und thö⸗ richt— alles dadurch zu Erreichende werthlos und eitel. Sie war in ihrem Empfinden auf dem Standpunkte des Alters angelangt, welches alle irdiſche Herrlichkeit als nichtig erkennt, nur weil es ſie genoſſen hat und nicht mehr fähig zum Fortgenuſſe iſt, auf jenem Standpunkte, welcher den im Alter weiſe gewordenen Salomo ausrufen ließ:„Es iſt Alles eitel!“— aber in der Jugend, welche noch eine Hoffnung beſitzt, ſind ſolche Stimmungen ſelten
von Dauer. Ihr ganzes bisheriges Leben zog an ihr
vorüber, und die Melancholie, welche ſie beherrſchte, gefiel ſich in dem Feſthalten der Vorſtellung, daß es auch für ſie bereits Abend geworden ſei. Mit dem Reize, welcher
in ſolchen Selbſtquälereien liegt, gab ſie ſich dieſen Ge


