Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Ost und West : 2. Theil (1865)
Entstehung
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ſo unglücklichen Verſuche, dem Preußen zum Opfer fiel, in Freundſchaft verwandelte. 6 Als der Fürſt ſein Aſyl im Innern Rußlands ver⸗ ließ und für den Winter wieder nach Petersburg zog, war die Schlacht von Auſterlitz vor wenig Wochen ſchlagen worden. In der Hauptſtadt herrſchte Beſtürzung

und Trauer, Beſtürzung darüber, daß man hatte beſiegt werden können, und Trauer über den Tod ſo Vieler, welche wenige Monate vorher mit der Gewißheit des Sieges in den Kampf gezogen waren. Unter den Trauern⸗ den befand ſich die junge Witwe eines Oberſten, den das Geſchick ebenfalls in der Dreikaiſerſchlacht ereilt hatte. Sie ſtand damals in den letzten Jahren der Zwanziger und war eine hübſche, wenn auch nicht gerade ſchöne Frau. Hoch, ſchlank und voll gewachſen, hatte ſie ſich ein jugendliches Anſehen bewahrt, wie dies bei den ruſſiſchen Frauen in dieſem Alter durchaus nicht zu den Selten⸗ heiten gehört. Ihr Teint war von untadelhafter Weiße und Reinheit, und ihre dunkeln Augen nahmen bei nähe⸗ rer Betrachtung bald für ſie ein, da ſich ein kluger und gewandter Geiſt in ihnen abſpiegelte.

Der Tod ihres Mannes hatte ſie in eine ſehr dürftige Lage gebracht; ſie beſaß weder Vermögen noch Verwandte, außer einem ſiebenzehnjährigen Bruder, Fähnrich bei der Garde, der ebenfalls in der Schlacht von Auſterlitz mit⸗