4 franzöſiſche Reiſe finanziell überwunden hatte. Die an⸗ deren Folgen dieſer mehrjährigen Vergnügungspartie lie⸗ ßen ſich jedoch nicht ſo leicht beſeitigen, er war und blieb ein kränkelnder, ſiecher Mann, den ſelbſt die lange Nach⸗ cur einer ſpäteren Zeit niemals wieder herzuſtellen ver⸗ mochte.
Dennoch hatte er jetzt auch Einſamkeit genug genoſ⸗ ſen; er zog zum nächſten Winter nach Petersburg, ließ ſich bei Hofe vorſtellen und verheirathete ſich mit einem jungen und ſchönen Mädchen, deren üppige Formen, glänzende Augen und kleine Hände auf ſeine Sinne ein⸗ gewirkt hatten. Er beſaß eine große Vorliebe für kleine Hände und ſchwarze Haare, und ſeine junge Frau befand ſich im Beſitze von beiden. Schwarze, ſchöne Haare ſind bei den ruſſiſchen Frauen eine Seltenheit, kleine Hände dagegen weniger; die junge Fürſtin beſaß jedoch außer dieſen beiden noch manches Andere. Dazu gehörte auch ein leichtſinniger, ſinnlicher Charakter und ein empfäng⸗ liches Herz. Der Fürſt hatte das arme Mädchen, die Tochter eines im türkiſchen Feldzuge gebliebenen Generals, eigentlich nur zu ſeiner Pflege geheirathet und ihre Mut⸗ ter, eine eingebildete Frau, mit in den Kauf genommen. Er ſah ſich aber in ſeinen Erwartungen ſehr bald voll⸗ ſtändig getäuſcht. Seine junge Frau, eine glänzende Er⸗ ſcheinung, wurde von ihzjcen Empfindungen beſeelt,


