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kämpfte Joſeph I. vergebens mit jugendlichem Eifer ge⸗ gen die Macht feſtgewurzelter Vorurtheile und Standes⸗ intereſſen, und in Frankreich rechneten es ſich die adeligen Geſchlechter zur Ehre an, den Hirſchpark des entnervten Königs durch ihre Töchter zu bevölkern, während eine Straßendirne den beneideten, weit über der Königin ſtehenden Rang einer maitresse en titre einnahm. Der junge Fürſt hatte wenig Neigung zum Kriegsdienſte. Weder die Feldzüge mit der Türkei, noch die Abſchlach⸗ tungen der Polen reizten ſeinen Ehrgeiz; er ſuchte das Vergnügen, und zwar dasjenige Vergnügen, welches ſei⸗ nen zügelloſen und rohen Begierden volle Befriedigung gewährte. Nachdem er in Petersburg darin einige wenig ausreichende Vorſtudien gemacht, preßte er ſo viel bqares Geld zuſammen, als er flüſſig machen konnte, und reiſte nach Paris, wo er Alles und noch weit mehr fand, als 5 ſeine in dieſer Beziehung lebhafte Phantaſie ihm vorge⸗ ſpiegelt hatte.
Paris in den letzten Regierungsjahren Ludwig's XV. — was konnte ein junger ruſſiſcher Fürſt, welcher das Geld mit vollen Händen ausſtreute, dort nicht alles er⸗ halten! Er ſtürzte ſich in den Schlamm jenes trüben Stromes, und als er nach einigen Jahren überſättigt daraus wieder empor tauchte, war er an Körper und Geiſt ein alter Mann, erſchöpfhyn den wildeſten, ekelhafteſten


