bin ich wieder vereinſamt, und wenn Sie dann auch kommen, es wird ganz anders ſein, wie es jetzt ſein könnte. Der Gedanke, daß ich Sie nicht mehr wieder⸗ ſehen werde, fängt an, ich weiß ſelbſt nicht, warum, immer mehr Geſtalt zu gewinnen. Es ſcheint, das Schick⸗ ſal, welches uns in jenen freundlichen, ſonnigen Tagen auf ſo ungewöhnlichen Wegen für eine kurze Zeit zuſammen⸗ geführt, will uns jetzt eben ſo abſichtlich von einander fernhalten. Ich weiß, daß Sie nicht anders können, daß die Pflicht Sie dort feſſelt, und will Ihnen gewiß keinen Vorwurf machen, aber ich darf Ihnen ſchreiben, daß mich das ſehr traurig macht; ich würde ja nicht auf⸗ richtig, nicht wahr gegen Sie ſein, wenn ich es ver⸗ heimlichte. So will ich denn wieder hoffen— ich lebe ja ſchon lange von der Erinnerung und von der Hoffnung und fange faſt an, zu glauben, daß das ganze Leben nur aus dieſen beiden beſteht. Vielleicht ſchreiben Sie mir ſchon in Ihrem nächſten Briefe, daß es mit dem Grafen beſſer geht— es würde mich das unendlich freuen. Adreſ⸗ ſiren Sie, wie bisher, an meinen Bruder, und gedenken Sie Ihrer treu ergebenen Margot.“
Als er dieſen Brief empfing, begann die Krankheit des Grafen ſich wirklich zur Beſſerung zu neigen, und er konnte darauf rechnen, wenn kein Rückfall eintrat, in vier Wochen abzureiſen. Er ſchrieb ihr dies, und es
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