Teil eines Werkes 
4. Theil (1864)
Entstehung
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wig dachte, ſtrömte das Blut gewaltſam nach ſeinem Her⸗ zen, indem er hier vergebens nach einer Entſchuldigung ſuchte; denn er konnte es vor ſich ſelbſt nicht wegleugnen, daß er Vieles geſagt, Vieles gethan hatte, was nur die Liebe ſagt und nur die Liebe thut. Es war ihm jetzt ein beglückendes Gefühl, daß ſie wenigſtens in der letzten Zeit anders geweſen war. Was ihn noch vor wenigen Ta⸗ gen unglücklich gemacht hatte, beglückte ihn jetzt, und er rechnete ihr Benehmen ſich ſelbſt mit zum Verdienſte an. Ach, er ſuchte nach einem Vorwande, um die jüngſte Vergangenheit ungeſchehen zu machen, ſie wenigſtens bei ſich ſelbſt zu beſchönigen!

Aber er konnte nicht immer vom Schloſſe entfernt bleiben, er mußte Hedwig wiederſehen, ſo ſehr er auch vor dieſem Wiederſehen zagte, als ob er ſich einer Schuld be⸗ wußt wäre.

Sie benahm ſich unbefangen gegen ihn, wie immer, ſie war ſogar mehr als unbefangen, ſie war ſichtlich zuvor⸗ kommend und freundlich und legte offenbar die Abſicht an den Tag, ihn durch Fragen und Heiterkeit ebenfalls unbe⸗ fangen zu machen.

Man ging hinab in den Park, denn es war wieder ein ſchöner Abend, ſo ſchön wie ein letzter Abſchiedskuß des ſcheidenden Sommers. Die leiſe bewegte, milde Luft ſpielte in den Zweigen der Bäume und trug einzelne müde ge⸗ wordene Blätter, welche ſich nach dem Winterſchlafe ſehn⸗