Teil eines Werkes 
4. Theil (1864)
Entstehung
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neres Briefchen, das ihre Handſchrift trug— ach, wie lange hatte er dieſe wohlbekannten, ihm ſo theneren Schrift⸗ züge nicht geſehen! Und jetzt ruhte ſein Auge darauf mit einem Entzücken, mit einem Glanze, als ob in den weni⸗ gen Worten, welche doch nur ſeine Adreſſe enthielten, ſein ganzes Glück läge. Seine Hand bebte, als er das kleine, zierliche Briefchen darin hielt, und ſein Herz klopfte hörbar, während er noch immer zögerte, das Siegel zu erbrechen. Seine Augen ſtrahlten von innerem Glücke, als er las: „Sie haben meine beiden Briefe nicht erhalten, keine Nachricht iſt von mir zu Ihnen gekommen, wie mir Herr Wehring mitgetheilt hat— auch ich habe ſeit dem Tage, wo ich von der Fichtenan ſcheiden mußte, nichts mehr von Ihnen— von Niemandem mehr etwas gehört. Ach— wenn Sie wüßten, wie unglücklich mich das gemacht hat — Sie werden nicht daran zweifeln und nicht glauben, es auch nie geglaubt haben, daß ich, die ich Ihnen ſo Vieles zu danken habe, die ich Sie ſo ſehr verehre, Sie ſo leicht hätte vergeſſen können, jemals vergeſſen werde! Was aus den Briefen geworden iſt, ich weiß es nicht; aber nicht wahr, Sie haben deshalb doch nicht an mir gezweifelt und eine geringe Meinung von mir erhalten— ich habe das wenigſtens nie, niemals gethan. Weshalb Sie mir nicht ſchrieben, mir nicht antworteten, das zu erforſchen habe ich mich vergeblich abgemüht— aber Sie blieben mir deshalb doch ſtets das, was Sie mir waren. O, wie hart war es