Teil eines Werkes 
4. Theil (1864)
Entstehung
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war, vermögen wir deshalb nicht zu ſagen, und ſie ſelbſt konnte dies noch weniger, wenn ſie überhaupt befähigt geweſen wäre, dieſe Selbſtprüfung, der wir ſie ſchonungs⸗ los unterworfen haben, mit ſich anzuſtellen— hierin aber lag der Grund ihres veränderten Benehmens, welches deſ⸗ ſen ungeachtet wenig geeignet war, in Walther eine gleiche Empfindung zu erzeugen. Der Kampf ſeiner Gefühle war vielmehr im Zunehmen, und gerade ihr nicht zurückhalten⸗ des, aber ſo unbefangenes Weſen reizte ihn, den Grund davon zu erforſchen.

Als er an jenem Abende ſein Zimmer betrat, ging er noch lange aufgeregt in dem kleinen Raume auf und ab, und wie er ſich auch dagegen ſträuben mochte, ſeine Gedan⸗ ken wollten ſich immer nicht von den verlockenden Bildern abwenden, deren Mittelpunkt immer Hedwig blieb.

Er zündete endlich Licht an, und als er an ſeinen Schreibtiſch trat, fand er darauf einen Brief, den er mit einem freudigen Jubelrufe ergriff.

Von Mehring, ſprach er, im Begriffe, ihn zu öffnen — und aus Paris, ſetzte er athemlos hinzu, indem ſein Blick auf den Poſtſtempel fiel— aus Paris? Wäre es möglich? 1

Wehring ſchrieb einen ungewöhnlich langen Brief, vier Seiten waren eng und dicht mit ſeiner feſten, deutli⸗ chen Schrift angefüllt; er ſah dies, aber er hatte nicht Zeit, den Inhalt zu leſen, denn darin lag ein anderes klei⸗