Teil eines Werkes 
4. Theil (1864)
Entstehung
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weil auch ſie das Beziehungsvolle zu ihrem eigenen Em⸗ pfinden darin erkannt hatte. Aber dieſes Empfinden hatte ſich, ihr ſelbſt unbewußt, geändert und ihre Gedanken trie⸗ ben deshalb ein regelloſes, gefährliches Spiel.

Im Herzen Hedwig's war die Liebe zu Walther ent⸗ ſtanden oder im Entſtehen begriffen, obgleich ſie ſich ſelbſt derſelben nicht bewußt geworden war— es hätte nur noch eines belebenden Hauches, eines Zufalles bedurft, um ſie zur Blüthe zu treiben, und dann würde dieſes Herz vor keinem Hinderniſſe mehr zurückgeſchreckt ſein. Sie dachte auch an kein Hinderniß, ſie dachte eben ſo wenig an ihre entſtehende Liebe, ſondern ſie ließ die Verhältniſſe walten; der Zeitpunkt war nur noch nicht gekommen, aber ſie em⸗ pfand eine Sehnſucht danach, ihn herbeizuführen, und machte die Gelegenheit ihren Wünſchen dienſtbar. Ein ahnungsvolles Gefühl nahm ihre Seele gefangen, als ſie nach der großen Eiche im Walde ritt; es war ihr, als ob dieſer Tag, als ob dieſe Stunde für ihr ganzes Leben eine entſcheidende ſein könne.

Aber es kam ganz anders. Als ſie nach jenem Ge⸗ ſpräche wieder einſam auf ihrem Zimmer ſtand, athmete ihre Bruſt freier und die beengenden Feſſeln, welche ihr Herz zuſammengepreßt hatten, bedrückten ſie nicht mehr. Er hatte ihr ſeine Geſchichte erzählt, die Geſchichte ſeiner Liebe, in glühenden, begeiſterten Worten; er hatte davvn geredet wie von einem Glücke, das er zwar verloren, an