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chelnd an Alfred, führen Sie die Prinzeſſin, Sie, Levnore, reichen mir den Arm, und Sie, lieber Taſſo, müſſen heute, wie im Stücke, leer ausgehen.
Die Unterhaltung bei Tiſche war ernſter und gehal⸗ tener, wie ſonſt; ein Jeder lebte noch immer in der Nach⸗ wirkung der ſo eben gehörten Dichtung, und man trennte ſich früher als gewöhnlich.
Hinweg! flüſterte Walther vor ſich hin, als er heim⸗ ging— ſo würde ſie auch ſagen, wenn ich thöricht genug wäre, den Taſſo gegen ſie ſpielen zu wollen— wie ſie bleich geworden war— und ich— ich habe mich einmal wieder hinreißen laſſen— weshalb auch gerade dieſen Taſſo? Sie muß wirklich zu dem Glauben kommen, ich hätte mich mit dieſem phantaſtiſchen, unpraktiſchen Cha⸗ rakter identificiren wollen— es war ſehr peinlich, und ich muß vor Allem bemüht ſein, ihr dieſen Wahn wieder zu benehmen.— Aber dennoch habe ich ſelbſt in einen Spie⸗ gel geſchaut— denn ich befinde mich wirklich auf dem Wege, ein zweiter Taſſo zu werden.—
Während er ſich dieſen und ähnlichen Gedanken hin⸗ gab, ſtund Hedwig am Fenſter ihres Zimmers und blickte träumeriſch auf die Bäume des Parkes hinab, welche, vom Lichte des Mondes echellt, leiſe im Nachtwinde ſchwankten. Auch in ihrer Bruſt klopfte das Herz unruhiger und be⸗
wegter, als ſonſt, denn auch auf ſie hatte Goethels Dich⸗ tung einen noch immer nachwirkenden Eindruck gemacht,


