Teil eines Werkes 
4. Theil (1864)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

18

einſtiges Vermögen reducirt— was kann ſie, ſo lange die Eltern leben, für eine Mitgift erhalten?— Ich habe mich übereilt, das iſt klar, aber Niemand hätte das vorausſehen können, Niemand, und die ſicherſte Berechnung muß durch ſolche ganz unerwartete Ereigniſſe zu Schanden gehen.— Ich werde ſie aufgeben müſſen, denn es wäre eine Thor⸗ heit, es nicht zu thun.— Es handelt ſich ja auch eigentlich gar nicht einmal um das Aufgeben, ſetzte er mit einem er⸗ bitterten Lachen hinzu— denn ſie hat ja meinen Antrag zurückgewieſen, und ich habe nichts zu thun, als dies zu acceptiren, wie ich es überhaupt gleich hätte thun ſollen.— Aber das würde ein ſchlechtes Licht auf mich werfen, fuhr er nach längerem Sinnen fort, man würde mit Recht glau⸗ ben, ich hätte das Mädchen nur ihres Vermögens wegen heirathen und zur Herzogin machen wollen. Man würde — nun, man würde ſagen, daß ich ein vernünftiger Mann ſei— weiter nichts!— Aber ich will wenigſtens nicht wieder unüberlegt handeln, ſondern von der Situation alle Vortheile ziehen, die ſie mir bietet. Der Herr Bruder war niemals mein Freund, ſeine etwas ſchwärmeriſchen Ideen haben ſich nicht zu einer praktiſchen und realen Anſchauung des Lebens emporſchwingen können— er knieet noch vor den Göttinnen des Ruhmes, der Ehre und wie die Phan⸗ tome ſonſt heißen mögen, mit denen der kluge Imperator die Maſſen für ſeine ſelbſtſüchtigen Zwecke in den Tod treibt.— Sie wird an ihm einen entſchloſſenen Verbünde⸗