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Bei der Marquiſe legte ſich der Sturm der Gefühle bald, und es war faſt, als ſchäme ſie ſich jetzt, ſich denſelben ſo rückſichtslos hingegeben zu haben. Erwägungen man⸗
cherlei Art traten bei ihr in den Vordergrund, denn ſie
machte es ſich klar, daß ein großer Plan ihres Lebens, dem ſie Vieles geopfert, jetzt geſcheitert ſei, wenn ſie auch erkannte, daß die Rückkehr Raoul's als ein glückliches Er⸗ eigniß betrachtet werden müſſe. Sie hatte nun doch zwei Kinder, Margot, auf welcher bei dieſem Gedanken unwill⸗ kürlich ihr Blick mit einem ernſten und kalten Nachdenken ruhte, war jetzt unbeſtreitbar ihre Tochter und die Erbin eines Theiles ihres Vermögens. Sie dachte auch an den Herzog und ſagte ſich, daß er nun zweifellos ſeine Bewer⸗ bung aufgeben werde— dieſe und ähnliche Erwägungen flogen durch ihre Seele, während der Marquis und Mar⸗ got der Erzählung Raoul's von ſeiner Gefangenſchaft und ſeiner Flucht mit geſpannter Aufmerkſamkeit lauſchten. Ich wurde bei dem erſten Angriffe in der Schlacht bei Ocaßa verwundet und verlor das Bewußtſein, erzählte er; als ich dasſelbe wieder erlangte, befand ich mich in einem dunkeln Raume und empfand einen brennenden Durſt. Ich war in der Gefangenſchaft der Spanier ge⸗ rathen und zweifelte nicht daran, bald getödtet zu werden. Es geſchah aber nicht. Ich wurde mit noch zwei anderen verwundeten Officieren am Morgen des folgenden Tages auf einen Bauernwagen gelegt, nachdem man uns verbun⸗


