Teil eines Werkes 
4. Theil (1864)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

4*

teſt, ſagte er lächelnd; Du glaubteſt wohl meinen Geiſt zu ſehen?

Ich glaubte zu träumen, flüſterte ſie, und fürchtete mich vor dem Erwachen.

Du liebe, gute Schweſter aber wo ſind die Eltern? Sie befinden ſich doch wohl?

Sie ſind ausgefahren und wohl und munter aber es möchte, nöthig ſein, ſie vorzubereiten.

Während dieſer Worte fuhr der Wagen in den Hof und nach kurzer Zeit, noch ehe Beide zu einem Entſchluſſe kommen konnten, ſtürzten der Marquis und die Margquiſe in das Zimmer, da ihnen von der Dienerſchaft die uner⸗ wartete Ankunft des todtgeglaubten Sohnes bereits mit⸗ getheilt worden war.

Ravul lag in den Armen ſeines Vaters und ſeiner Mutter, welche Beide, von ihren Gefühlen hingeriſſen, eben⸗ falls einer längeren Zeit bedurften, um das Glück zu faſ⸗ ſen, den längſt verloren geglaubten Sohn lebend und geſund wieder zu beſitzen. Selbſt in dem Auge der ſtren⸗ gen und herzloſen Mutter ſchimmerte eine Thräne, eine Schwäche, welcher ſie ſich ſeit den Tagen ihrer Kindheit nicht mehr hingegeben hatte.

Der Marquis war vor Freude faſt außer ſich, und es vergingen Stunden, ehe er zu dem ruhigen Bewußtſein gelangen konnte, daß ſein geliebter Sohn ihm wirklich wie⸗

dergegeben ſei. 5