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die ohnehin ſo viel Schmerz gelitten hat, den von Neuem anzufachen eine ſtrafbare, egoiſtiſche Handlung ſein würde. So fuhren ſie zurück nach der Fichtenau. Als er wieder auf ſeinem Zimmer war, das er ſo lange in glück⸗ lichen Tagen bewohnt hatte— ach, wie lag jetzt jene Zeit in ſeiner Erinnerung ſo ſchön, ſo voll Glück vor ihm— als er allein war, da erſt las er ihren Brief. Er war nur kurz, aber er erkannte daraus, wenn ſie es auch nicht ausſprach, daß ſie ihn liebte— er erkannte es aus den Spuren der Thränen, welche einzelne Worte ihrer Schrift halb verwiſcht hatten— und ein unnennbarer Schmerz erfaßte ſeine Seele mit preſſender Gewalt, daß dieſes Glück, das ihm beſchieden geweſen, nun für immer verlo⸗ ren ſei.„Ich werde Sie nie, niemals vergeſſen, immer an Sie denken,“ waren die letzten Worte ihres Briefes, „und es iſt der größte Troſt in der Nacht meines tiefen Schmerzes, daß auch Sie in gleicher Weiſe meiner geden⸗ ken werden. Heute kann ich nicht mehr ſchreiben, denn meine Gedanken verwirren ſich— aber ſobald ich in Paris ſein werde— ach, in Paris, ſo weit, ſo weit— werde ich ausführlich an Sie ſchreiben. Wie unendlich hatte ich mich gefreut, Sie wiederzuſehen— nun bleibt nur noch das Schreiben. Leben Sie wohl, herzlich, innig— Le⸗ bewohl, und vergeſſen Sie nicht, vergeſſen Sie niemals Ihre ewig dankbare Margot.“


