Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
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zitterte in der ſeinen; dann folgten Venner und Louiſe, welche, minder befangen als ihre Freundin, ihre freudi⸗ gen, ſtrahlenden Blicke zuweilen auf ihren Bräutigam, zuweilen auf ihren dicht folgenden Vater richtete. Den beiden Paaren folgte der ganze lange Zug der gelade⸗ nen Freunde und Verwandten, worunter auch Roſen mit ſeiner Frau und der Förſter Bertram mit mehreren ſeiner Jäger, welche aber gleichfalls heute die Uniform ihres Regimentes trugen, in welchem ſie den Krieg mit⸗ gemacht hatten.

Der Geiſtliche hielt eine ergreifende Rede, worin er die Schickſale der beiden Paare ſchilderte, wie der liebe Gott ihre Hoffnungen erfüllt habe, vereint mit denen des ganzen Vaterlandes, dem ſie willig ihr eigenes Glück zum Opfer gebracht; dann ſegnete er ſie ein zum Bunde für das ganze Leben, zuerſt Rudolf und Anna, dann Venner und Louiſe. Sie knieeten noch lange vor dem Altare zu den Füßen des von eigener Rührung tief er⸗ griffenen Geiſtlichen ehe ſie nach herzlichen und inni⸗ gen Umarmungen und Küſſen aller Anweſenden die kleine, dicht mit Menſchen gefüllte Kirche verlaſſen konnten.

Draußen empfing ſie heller Jubel, und der Donner der Böller miſchte ſich in die nicht enden wollenden Lebe⸗ hochs.

Nun biſt du mein, ganz mein! flüſterte Rudolf Anna zu; nun habe ich keine Braut mehr, die mich von dir