Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
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ganze Bevölkerung hatte ſich im Sonntagsputze vor der Kirche verſammelt. Aus der Nachbarſchaft fuhren auf allen Straßen Wagen heran, und die Zahl der Gäſte, welche von nah und fern herbeieilten, wollte nicht enden. Sie wurden von dem General von Wallingen, dem Major von Erbach und dem Lieutenant von Venner be⸗ willkommt, welche, alle drei in der Uniform ihres Regi⸗ mentes, die herzlichen und freudigen Glückwünſche der Ankommenden empfingen. Es wurde heute die Doppel⸗ Hochzeit der beiden jungen Paare gefeiert, an deren Glücke ſich ein Jeder, der ſie kannte, ſo gern betheiligte. Das Geſicht des Freiherrn ſtrahlte vor Freude, Venner und Erbach machte das Uebermaß derſelben ſtiller, und nur ihre leuchtenden Blicke, die oft ſehnſuchtsvoll nach der Thür, aus welcher die beiden Bräute hervortreten ſollten, hinüberſchweiften, bekundeten, daß die Gefühle ihres Innern zu mächtig waren, um ſich durch Worte kundzugeben. Dann kamen ſie. Zuerſt Anna, welche mit dem Brautkranze in den goldenen Locken, obgleich um einige Jahre älter als Louiſe, mit ihrer zarten, elfenartigen Geſtalt faſt jünger ausſah, als jene, die ſich zur blü⸗ henden, vollen Schönheit entwickelt hatte. Die Glocken der kleinen Dorfkirche ſandten ihre hellen, freudigen Klänge durch die reine, ſonnenhelle Luft, und der Zug ſetzte ſich in Bewegung. Zuerſt Rudolf mit Aennchen, ſie ging mit niedergeſchlagenen Augen, und ihre Hand