Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
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Alſo ſind Sie eine geborene Oeſterreicherin? fragte der Freiherr im Laufe des Geſpräches.

Ja, Herr Baron, und ich bin ſtolz auf mein Vater⸗ land und auf meine Vaterſtadt Wien.

Sie hätten mehr Urſache, dieſe unglückliche Stadt jetzt zu beklagen.

Glauben Sie das nicht, erwiederte Roſe, indem ein lebendi res Feuer aus ihren Augen ſtrahlte, die Wiener hän,treu und fiſt an ihrem Kaiſer, und wenn auch

die Franzoſen augenblicklich noch Herren der Stadt ſind,

ſo hat dies jetzt doch die längſte Zeit gewährt.

Ja, ſie werden allerdings nicht immer in Wien blei⸗ ben, ſagte der Freiherr traurig, aber gewiß nicht gehen, ohne wieder ein großes Stück Oeſterreich mit ſich fort

zunehmen haben Sie nicht geleſen, mit welcher ge⸗

meinen Verachtung Napoleon von den kaiſerlichen Prin⸗ zen ſpricht.

Sprach, müſſen Sie ſagen denn jetzt nach dem Siege des Erzherzogs wird er wohl eine andere Form für ſeine Kundmachungen auffinden müſſen.

Nach dem Siege des Erzherzogs?

Sie ſcheinen dies zu bezweifeln, ſcheinen überhaupt dieſe wichtige Nachricht noch gar nicht zu kennen?

Welche Nachricht?

So wiſſen Sie wirklich noch nicht, daß die Franzo⸗ ſen im Angeſichte von Wien, bei Aspern, von dem Erz herzog Karl total geſchlagen find?