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Gnädige Frau, ſagte der Freiherr mit vor Erregung bebender Stimme, täuſchen Sie einen Mann nicht, der täglich Gott bittet, ihn nur noch ſo lange leben zu laſ⸗ ſen, bis die Vergeltung dieſen zweiten Attila ereilt ha⸗ ben wird.
Bernhard, rief Roſe ihrem an der anderen Seite des Tiſches ſitzenden Manne zu, Bernhard, der Herr Baron hat noch gar keine Kunde von der Schlacht bei Aspern, haſt du den Brief meines Vaters nicht bei dir? 65
Gewiß, gewiß, ſagte Roſen, aber wie iſt es möglich? ganz Breslau iſt ja ſeit geſtern in der freudigſten Auf⸗ regung!
Was ſchreibt Ihr Herr Schwiegervater? Foltern Sie mich nicht länger!
„Am 21, d. M.(Mai) und in der Nacht vom 21. zum 22., las Roſen,„ging die franzöſiſche Armee auf vier Brücken von der Inſel Löbau aus auf das linke Donauufer über. Schon am Nachmittage des 21. be⸗ gann der Kanonen Donnern, und wir konnten vom Stephan die ſich entſpinnende Schlacht beobachten. Das Dorf Aspern bildete den Mittelpunkt und wurde zwölf Mal genommen und verloren. Unaufhörlich zogen fran⸗ zöſiſche Kolonnen über die Löbau-Brücken. Die gute, alte Donau war mit uns im Bunde und ſchwoll vor Zorn über die fremden Eindringlinge mit einer ſolchen Schnelligkeit an, wie ich dies von ihr noch nie geſehen habe. Am 22 erneuerten die Franzoſen unter der per⸗


