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beherrſchte und heute meine feſteſten Entſchlüſſe über den Haufen warf.
Welche Entſchlüſſe, Rudolf?
Ich ziehe in den Krieg— die Zukunft liegt wie ein dunkles, finſteres Gewölk vor mir, ſelbſt meine Hoffnun⸗ gen, warum ſoll ich es dir nicht eingeſtehen? vermögen dieſen drohenden Hintergrund nicht zu erhellen! Aber
meine Braut, mein Vaterland ruft, und ich folge—
ſtände auch der ſichere Untergang bevor, ich würde fol⸗ gen.— Weil ich dich ſo ſehr liebe, darum, ſo ſagte ich mir, durfte ich dein Geſchick nicht an das meine ket⸗ ten, durfte ich dich mir nicht zu eigen machen, der ich mir ſelbſt nicht mehr zu eigen gehöre. D, wie habe ich in meinen Träumen mir den Tag ausgemalt, an wel— chem ich im Glanze der erkämpften Freiheit vor dich hintreten wollte und dich fragen: Aennchen, willſt du mein ſein?— Und nun iſt es doch ganz, ganz anders gekommen!
Ja, flüſterte ſie leiſe, indem ſie ihren Kopf an ſeine
Schulter lehnte, ganz anders— aber viel, viel ſchöner.
Schöner, Aennchen?
Ich werde nun im Geiſte ale deine Gefahren, alle deine Kämpfe mit beſtehen, meine Gebete werden dich ſchützen. Deine Braut, Rudolf, wird auch meine geliebte, angebetete Freundin, alle ihre Leiden, ihre Freu⸗ den werden die meinigen ſein— und wenn dann end— lich die Sonne jenes Tages aufgeht, jenes Tages, an


