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umſchloß. Seine Augen ſuchten die ihrigen, aber die
ſeidenen Wimpern wollten ſich nicht heben, und als er den Kopf herabbeugte, um dennoch hineinzuſehen, wandte ſie raſch ihr Geſicht ab, er fühlte eine heiße Thräne auf ſeine Hand fallen, dann riß ſie ſich gewaltſam los und ſuchte aus dem Zimmer zu entfliehen. Es gelang ihr nicht, denn ſein Arm umſchlang ſie, er zog ſie an ſeine Bruſt, richtete ihr Geſicht empor, welches in dieſem rei⸗ zenden Kampfe doppelt ſchön war, und drückte einen langen, langen Kuß auf ihre Lippen.
Die zarte, elfenartige Mädchengeſtalt, von ihren gol— denen, zum Theil gelöſten Locken umfloſſen, ſchmiegte ſich bebend und willenlos an den hohen und dunklen Krie⸗ ger, deſſen Haupt herabgebeugt war, und deſſen Blicke voll inniger Liebe auf ihr ruhten. So ſtanden ſie ſchwei⸗ gend eine ſelige Minute, eine jener Minuten, welche mehr enthalten, als lange Jahre in dem Leben der Menſchen, und zugleich ihr Geſchick für immer entſcheiden. Komm, mein liebes, herziges Aennchen, ſagte er dann, indem er ſie zu ſich niederzog— es iſt nun doch anders gekommen, als ich wollte— mein Herz, meine Liebe zu dir, du theures Kind, waren ſtärker, als alle meine Vor⸗ ſätze, alle meine Ueberlegungen— ſo höre mich denn nun an— höre mich ruhig an, bis zu Ende— und dann entſcheide dich, Aennchen. Laß nicht allein dein Herz, ſondern auch deinen Verſtand reden und nimm


