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Und jetzt öffnete ſie ſich wirklich, ſie ſah ihn eintre⸗ ten in der fremdartigen Kriegertracht. Der ſchwarze, eng anliegende Waffenrock, der Czako mit dem dunklen, wal⸗ lenden Haarbuſch und dem Todtenkopf ließ ſeine Geſtalt
noch höher und mächtiger erſcheinen— wie den Gott des Krieges und zugleich den Gott der Rache.
Sie verbarg ſich hinter den Vorhang des Fenſters, aber ſie konnte ihren Blick nicht von ihm abwenden, von ihm, der nur zögernd ſich zu nahen ſchien— endlich trat er in das Haus, die Thür des Zimmers öffnete ſich, und er ſtand vor ihr. Alle ihre Kraft zuſammen⸗
nehmend, war ſie aufgeſtanden und ihm einige Schritte entgegengegangen. Guten Tag, liebes Aennchen! ſagte er mit einer ge— zwungenen Fröhlichkeit, ihr die Hand reichend— Sie wiſſen es bereits, ſetzte er mit veränderter Stimme hin⸗ zu, als er fühlte, wie ſehr die Hand des Mädchens in der ſeinen zitterte, Sie wiſſen, daß ich in den Krieg ziehe, daß endlich der heiß erſehnte Zeitpunkt gekommen iſt, wo wir Abrechnung halten wollen für die Tage von Jena und Friedland und all' die namenloſe Schmach, die wir erduldet haben.— Nicht wahr, mein liebes Aennchen, fuhr er mit leiſer Stimme fort, Sie billigen meinen Entſchluß, Sie freuen ſich darüber? Gewiß! hauchte Sie kaum hörbar und bemühte ſich, hm ihre Hand zu entziehen, die er aber um ſo feſter
Guſtav vom See, Vor fünfzig Jahren. II. 15


