Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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daß Erbach ſich bei dem Corps des Herzogs von Braun⸗ ſchweig habe anwerben laſſen und in wenigen Tagen dahin abreiſen müſſe. Es konnte dies für ſie eigentlich kein unerwartetes Ereigniß ſein, denn es war faſt kein Tag vergangen, ohne daß Erbach den Zeitpunkt herbei⸗ geſehnt hätte, an welchem es ihm endlich vergönnt ſein

würde, für die Befreiung ſeines Vaterlandes in den

Kampf zu ziehen. Da jedoch dieſer Zeitpunkt bis jetzt

immer nicht erſchienen war, ſo hatte ſie ſich an die

Aeußerungen Erbach's gewöhnt und mit dieſer Gewöh⸗ nung auch die Verwirklichung jener ſo oft gehörten Re⸗

den in eine weite, ferne Zeit hinausgerückt. Und nun v

es doch und mit einem Male eingetreten. Erbach hatt ſich ſelbſt noch gar nicht ſehen laſſen, und ſie erwartet ihn mit einer doppelten Angſt: mit der Angſt darüber daß er zu einem ſo gefahrvollen Unternehmen, vielleich für immer, fortging, und zugleich mit der Angſt, ihn beim Abſchiede diejenige ihres Herzens nicht verbergen ſi können.

In ſo traurigen Gedanken ſaß ſie da; ihre z heute ſo ſchwermüthigen, ſonſt ſo froh lächelnden blauen Augen blickten träumeriſch auf die halb vollendeten Blu⸗ men in ihrem Schvoße und flogen dann wieder voll ban⸗ ger Erwartung hinüber nach der Thür in der Garten mauer, durch welche er während einer ſo langen Zeit faſt täglich gekommen war, und die er heute nun viel⸗ leicht zum letzten Male öffnen ſollte.

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