Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

3 7

Dafür ſollſt du das Gnadenbrot haben, alter Nero, ſagte, den Kopf des Thieres ſtreichelnd, der Freiherr, ich werde dies niemals vergeſſen und wenn ſie mich fort⸗ treiben ſollten, ſetzte er mit leiſe bebender Stimme hinzu, ſollſt du gewiß nicht bei der neuen Herrſ ſchaſt in Dien⸗

ſten bleiben!

Sie haben ſich einmal wieder vollſtändig von Ihrem Jähzorn hinreißen laſſen, bemerkte die Frau von Sal⸗ dern, nachdem der Freiherr wieder in das Zimmer zu⸗ rückgekehrt war, und doch war die Sache wichtig genug, um ſich zu mäßigen und nicht alle Klugheit hintanzu⸗ ſetzen.

Die Frau von Saldern, welche, wie dem Leſer be⸗ nnt, die Erziehung der Tochter des Freiherrn leitete

und ſeiner Häuslichkeit vorſtand, war die Einzige, welche in dieſer Weiſe mit dem Freiherrn ſprechen durfte. Ihr ruhiges und gediegenes Weſen imponirte ihm, und er lie ſich von ihr, wie dies häuſig in derartigen Verhält⸗ niſſen vorkommt, mehr gefallen, als er es vielleicht von ſeiner Frau gethan haben würde. .

3 1 6

Soll ech mich vielleicht von dieſem gemeinen Gauner meinem eigenen Hauſe beſchimpfen laſſen? fuhr er ſeieder auf; verlangen Sie das? Weine nicht, Louiſe, Fſagte er dann ruhiger, indem er den lieblichen Kopf ſeiner Tochter, welche weinend auf einem Stuhle ſaß, zu ſich emporzog und an ſich drückte, ich werde ſchon dafür ſor⸗ gen, daß man dich nicht hinaustreibt aus dem Hauſe,

2

Guſtar vom See, V

or fünfzig Jahren. II.