Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

18

in welchem deine Mutter geſtorben iſt und du geboren biſt. Weine nicht mehr, es thut mir weh', fuhr er fort, als das junge Mädchen, durch dieſe Worte noch mehr bewegt, in ein krampfhaftes Schluchzen gerieth die Zeiten ſind ſo ſchwer und ſo ernſt, daß man ſeine Ge⸗ fühle beherrſchen lernen muß.

Das hätten Sie vorhin auch bedenken ſollen, bemerkte rückſichtslos die Frau von Saldern wieder. Von dieſem Manne haben Sie keine Nachſicht mehr zu erwarten.

Von dieſem Manne hätte ich nie irgend eine Nach⸗ ſicht zu erwarten gehabt, ſagte der Freiherr, ſeine Tochter feſter an ſich drückend, und hätte auch von ihm niemals eine Rückſichtsnahme verlangt. Uebrigens iſt es immer ſehr leicht, nachträglich weiſe Lehren zu ertheilen, und darin ſind Sie beſonders ſtark. Wenn uns der König verläßt und auf den Rath eines unter franzöſiſchem Ein⸗ ſluſſe ſtehenden Miniſters auf dieſer abſchüſſigen Bahn 4 weitergeht, was wahrſcheinlich, ſo müſſen wir alle unſere Kräfte aufbieten, um dieſe Kriſis zu überwinden und ſo lange das Leben zu friſten ſuchen, bis ſie vorüber iſt-. und man wieder zur Erkenntniß des Beſſeren kefimt, was unmöglich lange ausbleiben kann. Morgen ich nach Breslau und hoffe Freunde zu finden, die n die Mittel verſchaffen, um dieſem Juden ſein Geld zu⸗ rückzugeben; dann iſt der Hauptſturm abgeſchlagen, und das Andere wird ſich mit Gottes Hilfe ebenfalls finden!

Mögen Sie in Ihren Erwartungen