Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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Den Freiherrn traf dieſe jetzt unumwunden ausge⸗ ſprochene Erklärung, obgleich er ſie vorausgeſehen hatte, wie ein Blitzſchlag; er fühlte, daß er ein vollſtändig ruinirter Mann ſei, wenn ſein Gläubiger darauf beharre. Er überlegte daher eine Zeit lang, ehe er Etwas ent⸗ gegnete, und kam zu dem für ihn troſtvollen Schlufſe, daß es nur darauf abgeſehen ſei, höhere Zinſen zu er⸗ preſſen.

Laſſen Sie uns die Zeit nicht mit unnöthigen Wei⸗ terungen hinbringen, ſagte er daher; Sie wiſſen recht gut, daß in der jetzigen Zeit die Güter keinen Werth haben; der Adel iſt überall im ganzen Lande ruinirt und kann daher nicht kaufen. Wenn Sie Schönberg zur Subhaſtation brächten, ſo wäre es nicht unmöglich, daß Sie ſelbſt an Ihrem Kapitale einen Ausfall erlitten. Sie wollen höhere Zinſen ſo ſchwer es mir wird, ich will mich auf ein Jahr zu 6 Prozent verſtehen.

Sie haben Recht, Herr Baron, erwiederte der Ren⸗ tier mit einem freundlichen Grinſen, der Adel iſt ruinirt, kann nicht kaufen. Iſt aber auch gar nicht nöthig, daß der Adel kauft. Kennen der Herr Baron das neue Ge⸗ ſetz noch nicht, den erleichterten Beſitz und den freien Gebrauch des Grundeigenthums betreffend? Hier, Herr Baron, ich hab's mitgebracht, fuhr er fort, ein Exemplar der Geſetzſammlung aus der Taſche ziehend. Leſen Sie gefälligſt:§ 1. Jeder Einwohner Unſerer Staaten iſt zum eigenthümlichen und Pfandbeſitz unbe⸗