Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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gen Herrn nicht länger hier draußen ſtehen zu laſſen, ich bitte alſo, mir zu folgen.

Mit dieſen Worten ſchritt ſie leuchtend einen ziemlich langen Gartenweg hinab, an deſſen Ende man aus einem einſtöckigen Hauſe den Lichtſchein zweier matt erleuchteten Fenſter erblickte.

Treten Sie ein, meine Herren, ſagte ſie, die Stube öffnend, welche faſt unmittelbar an der Hausthür auf den kleinen Flur auslief, und nehmen Sie fürlieb, ſo gut es Ihnen die Frau eines armen Muſikers bieten kann.

Ulrich und Rudolf traten in das Zimmer, welches eine dürftige, aber reinliche Einrichtung zeigte. Vor dem Tiſche ſtand ein junges Mädchen, das offenbar, bis die Störung eingetreten war, ſich mit Nähen beſchäftigend, daran geſeſſen hatte, jetzt aber aufgeſtanden und zurück⸗ getreten war.

Geh' hinüber, Anna, ſagte die Frau, ich habe mit den Herren zu ſprechen.

Das junge Mädchen zündete ſchweigend ein Licht an und verließ das Zimmer, nachdem ſie den Gruß der bei⸗ den jungen Männer unbefangen erwiedert hatte, an denen ſie mit niedergeſchlagenen Augen vorüberging. Ihre zier⸗ liche, elfenartige Geſtalt verſchwand hinter der ſich wieder ſchließenden Thür, jedoch nicht eher, als bis das Licht, welches ſie in der kleinen und feinen Hand trug, ſeinen matten Schimmer über die Fülle ihres goldblonden Haa⸗ res ausgeſtrömt hatte.