Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Nun ſind wir allein, Ihren Dienſten?

Es handelt ſich nur darum, dieſem meinem Freunde auf zwei bis drei Tage, vielleicht nicht einmal ſo lange, ein Unterkommen zu gewähren.

Ich dächte, ſie kännten meinen Mann beſſer, erwie⸗ derte die Frau ziemlich barſch, um mir einen ſolchen Vorſchlag zu machen.

Mein Freund, fuhr Ulrich fort, ohne ſich durch dieſe wenig ermuthigende Bemerkung abſchrecken zu laſſen, mein Freund befindet ſich in Noth, er wird von den Franzo⸗ ſen verfolgt, iſt auf der Flucht Sie wiſſen ſo gut wie ich, daß in der ganzen Stadt kein Ort zu finden iſt, wo er, ohne Beſorgniß, entdeckt und verhaftet zu werden, ein paar Tage ausruhen könnte; ich habe mich wenigſtens vergeblich bemüht, einen ſolchen zu erſinnen,

ſagte die Frau, was ſteht zu

und bin dann zu dem Entſchluſſe gekommen, Ihre Gaſt⸗

freundſchaft in Anſpruch zu nehmen.

Was kann der junge Herr verbrochen um der Gefahr ausgeſetzt zu ſein, verhaftet zu werden? ſagte die Frau, indem ſie ihre großen ſchwarzen Augen feſt auf

dem noch ſehr jugendlichen, aber entſchloſſenen Geſichte

des ihr fremden Mannes haften ließ, was kann ein noch

ſo junger Herr verbrochen haben?

Nichts weiter, als daß er in der unglücklichen Schlacht von Jena, nachdem er tapfer gekämpft hatte, verwundet und gefangen und dann nach Frankreich geſchleppt wor⸗