Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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nur für möglich halten, daß mein Herz jetzt für derglei⸗ chen Dinge empfänglich ſei?

Niemand kann der Macht des Augenblickes gebieten; doch reden wir nicht weiter von Dingen, die nicht ſind.

Wie kommt es, daß ich früher niemals von dieſem Violiniſten gehört habe, iſt er hier heimiſch?

Nein, die Familie lebt erſt ungefähr ſeit einem Jahre hier, ſie ſind, wie man am Dialekt hört, Sachſen und haben, ſo ſchließe ich aus einigen Aeußerungen, früher in der Nähe von Halle oder Merſeburg gewohnt. Irgend ein beſonderes Ereigniß muß gewaltig in das Leben die⸗ ſer Familie eingegriffen haben, welche vielleicht gar nicht einmal hier ihren rechten Namen führt. Auch will es mich faſt bedünken, als wenn der Alte ſich erſt ſeit jener Zeit dem Trunke ergeben habe, und der Frau dabei in irgend einer Art, wenigſtens nach den Anſichten des Man⸗ nes, eine Verſchuldung zur Laſt falle; denn im berauſch⸗ ten Zuſtande macht er ihr öfter Vorwürfe, die zwar an ſich unverſtändlich ſind, doch darauf hinzudeuten ſcheinen.

Nun, mögen ſie ſich Vorwürfe machen, zanken oder lieben, was kümmert's mich! Ich werde mich bei ihnen höchſtens zwei Tage verbergen und dann ſie wahrſchein⸗ lich niemals wiederſehen. Aber du haſt mir noch gar nicht geſagt, Ulrich, wie es dir in der Zeit ergangen iſt, wo wir uns nicht geſehen haben?

Wie all den übrigen Bewohnern dieſer hart getrof⸗ fenen Stadt, Freund. Auch ich habe die Stufenleiter