Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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von der freudigſten Hoffnung bis zur tieſſten Niederge⸗ ſchlagenheit, gleich allen meinen Mitbürgern, durchge⸗ macht, ſonſt nichts erlebt, als ein etwas pikantes Aben⸗ teuer auf einer Reiſe, die ich im vorigen Monate, trotz Krieg und Franzoſen, nach Dresden in Familien⸗Ange⸗ legenheiten machen mußte.

Erzähle!

Jetzt nicht, es möchte zu ſpät werden, auch ſind wir kaum in der Stimmung, um dergleichen zu verplaudern. Wenn es dir recht iſt, brechen wir auf.

Die beiden Freunde verließen das kleine Zimmer auf demſelben Wege, wie ſie gekommen, ohne daß ſie Jeman⸗ den geſehen hätten; denn ſelbſt der Wein ſtand auf dem Tiſche, als Rudolf geholt wurde, und man legte die Bezahlung eben dort hin. Als ſie in den Hof traten, begegneten ihnen zwei Männer, welche Ulrich grüßten und ihn aufforderten, mit zurückzukehren, dann aber, nach einer ablehnenden Antwort, in die Wirthsſtube traten.

War das nicht Roſen? fragte Rudolf.

Er war es.

Und der Andere?

Der Andere iſt ein Aſſeſſor, du kennſt ihn nicht; Roſen hat ſich übrigens in deiner Abweſenheit taufen laſſen, jüdiſch ſah er überhaupt niemals recht aus, und 3 ſich eine bildſchöne, junge und reiche Frau von Wien ge⸗ holt. Er gehört zu denen, die ihr Geſchäft zu jeder Zeit betreiben, die ſelbſt in der jetzigen heirathen können.