Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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in Dürftigkeit, die ihr Weniges mit mir theilten, mir

die Wege durch einſame Gegenden wieſen, ohne zu fra⸗ gen, wer ich ſei und was ich wolle denn was ich ihnen ſagen konnte, wußten ſie und wollten es nicht ge⸗ ſagt haben, ihrer und meiner Sicherheit wegen aber dieſe Lichtblicke in dem traurigen Nachtſtück meiner Flucht waren ſelten. Je näher ich der Heimath und zugleich

der franzöſiſchen Armee kam, um ſo ſchwieriger und ge⸗

fahrvoller wurde mein Weg; in Sachſen war die Gens⸗ d'armerie, deutſche Gensd'armerie, dicht auf meiner Fährte und hetzte micht durch die engen und wilden Schluchten der Gebirge, bis ich bei einem alten Freunde meines Vaters am Rieſengebirge für wenige Tage eine bleibende Stätte fand. Dort habe ich mich geſtärkt und erholt, dort bin ich auch bekleidet worden, denn ich war zer⸗ lumpt und zerriſſen, dort wurde ich wieder ſo, wie du mich jetzt ſiehſt ein Menſch, der, ohne Aufſehen zu erregen, in die Geſellſchaft anderer Menſchen treten kann.

Und dennoch ſiehſt du recht blaß und erſchöpft aus,

armer Rudolf! Was führt dich aber hieher, in den

Rachen des Löwen, mitten in das Hauptquartier des Feindes?

Ich will nur ein einziges Mal noch meine alte Mut⸗ ter ſehen und dann weiter, fort nach Oſten! Irgendwo muß es doch noch ein Stückchen preußiſcher Armee geben, zu ihr will ich, mit ihr untergehen, wenn ſie vom Schick⸗ ſal zum Untergange beſtimmt iſt, oder mit ihr im