Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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Niemand, ſagte Ulrich, indem er ſeinen Mantel abwarf und dann in raſcher Bewegung die beiden Hände ſeines

Genvoſſen ergriff; aber nun laß dich erſt anſchauen, Ru⸗

dolf, ob du es auch wirklich und wahrhaftig biſt und nicht ein Irrthum meine Sinne genarrt hat.

Ich bin es leider wirklich und wahrhaftig, erwiederte der Andere mit bebender Stimme, ſieh' mich nur an, Freund, du wirſt mich etwas verändert finden, vielleicht ſehr verändert du lieber Gott, wer ſollte ſich in dieſer tollen Zeit auch nicht verändern, wo Königreiche fallen, wie die Blätter im Herbſt, und neue in einer Nacht, wie die Pilze im Sumpfe, emporſchießen! Wir waren voll banger Ahnungen, Ulrich, an jenem Morgen, als ich auszog mit dem Regiment, von dem jetzt nichts mehr übrig iſt, wir ſtimmten nicht mit ein in den allgemeinen Jubel und in die verblendete Ueberhebung meiner Ka⸗ meraden aber daß es ſo kommen würde, daß es ſo nur kommen könne, daß Preußen in einer einzigen Schlacht, und in welch' einer ſchmachvollen Schlacht! ganz verloren gehen würde nein, nein, weder du noch ich, noch irgend Jemand auf der ganzen Welt, auch der ſtolze, übermüthige Eroberer, die Geißel Gottes, ſelbſt nicht, konnte dieſes für möglich halten Wenn man mir damals geſagt hätte, wir würden uns hier, heimlich und verſtohlen, wie Verbrecher gehetzt von der franzöſiſchen Polizei, wiederſehen, Ulrich ich würde ſolche Reden für ein Erzeugniß des Wahnſinnes gehalten haben! Und