Rudolf? Du hier... Schweige, nenne meinen Namen nicht, wenn dir an meinem Leben gelegen— komm, komm, führe mich an einen Ort, wo wir ſicher und unbelauſcht ſprechen können — das Schwert des Damokles ſchwebt über meinem Haupte— du wirſt mich nicht verrathen, geh, ich folge dir!
Ein ſtummer Händedruck war die Antwort des Freun⸗ des, dann ſchritt er ſchweigend voran, und der junge Mann von der Baſtion, welcher ſich wieder dicht ver⸗ hüllt hatte, folgte ihm eben ſo ſtumm in einiger Ent⸗ fernung.
Sie kreuzten mehre Straßen, gingen durch verſchie⸗ dene Höfe und Durchgänge, an welchen Breslau zu jener Zeit noch reicher war, als heut zu Tage, und blieben
endlich in einem derſelben vor einem erleuchteten, zur
ebenen Erde gelegenen Fenſter ſtehen.
Warte hier einen Augenblick, Rudolf, flüſterte der Ulrich Angeredete, ich kehre gleich zu dir zurück. Bei dieſen Worten öffnete er eine Thür, die, wie erſichtlich, den hinteren Ausgang eines Wein-Lokales bildete, aus welchem ein heller Lichtſchein in den Hof ſiel. Bald er⸗ ſchien er wieder und führte den Harrenden, indem er deſſen Hand ergriff, nach einer dunkeln, unmittelbar in
den Hof mündenden, engen Treppe, welche ſie hinauf⸗
ſtegen und dann in ein kleines, freundliches und hel er
leuchtetes Zimmer gelangten. So, hier ſind wir ſicher, hier ſieht und hört uns


