Teil eines Werkes 
4. Band (1860)
Entstehung
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feſten Schlaf ſehr erquickt, ſo daß ihre Mutter, als ſie deren heiterem Blick begegnete, unter Freudenthränen zu ihr auf das Lager ſank und ſie an ihr Herz drückte.

Berenice erhob ſich nun, machte Morgentvilette und als Eva die Locken ihrer jungen Herrin in Flechten einzwängte, kam ihre Mutter mit einer prächtigen rothen Roſe in der Hand in das Zimmer, fügte dieſelbe in das glänzende Haar ihrer Tochter und küßte dieſe in ihrer Freude auf Stirn und Mund.

Der Unfall von vergangener Nacht ſchien keine böſen Folgen haben zu wollen, denn Bereniee befand ſich vollkommen wohl und heiter, ihrer Mutter zu Ge⸗ fallen verließ ſie aber heute das Zimmer nicht, ob⸗ gleich der Himmel ſich aufgeklärt hatte und die Sonne warm und freundlich ſchien.

Am darauf folgenden Tag jedoch war ſie ſehr heiſer, hatte Kopfweh und fühlte ſich matt und müde. Sie hatte keine Luſt, etwas zu eſſen, und als der Abend kam klagte ſie über große Hitze und Brennen in den Händen. In der Nacht überfiel ſie hef⸗ tiges Fieber, am folgenden Morgen frühzeitig wurde ein Arzt herbei geholt, deſſen Bemühungen es aber nicht gelang, daſſelbe zu beſchwichtigen, noch weniger den Schmerz zu lindern, der ſich in Berenicens Bruſt beim Athmen eingeſtellt hatte.