Teil eines Werkes 
4. Band (1860)
Entstehung
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Elviſe war troſtlos und Eva theilte ihren Schmerz. Beide verließen weder Tag noch Nacht das Kranken⸗ bett und eine Woche war bereits verſtrichen, ehe das Fieber ſeine Macht verlor, wenigſtens blieb es nun nicht mehr ſo gleichmäßig heftig und anhaltend. Es verſtärkte ſich nur gegen Abend und verließ die Kranke während des Morgens gänzlich.

Mit inbrünſtigem Dankgebet zu Gott ſah Elviſe die Beſſerung ihrer Tochter fortſchreiten, bald ſchien die Krankheit ganz gehoben, und Berenice konnte das Bett wieder verlaſſen, obgleich ſie ſich noch ſehr ſchwach fühlte und der Schmerz in ihrer Bruſt noch nicht ver⸗ ſchwunden war. Der Arzt erblickte darin jedoch gar keine Gefahr und ſah in dem Huſten, der ſich bei der Reconvalescentin eingeſtellt hatte, kein böſes Zeichen.

Elviſe lieh dieſen tröſtenden Worten nur zu gern ihr Ohr und gab ſich der Hoffnung hin, ihr ſo innig geliebtes Kind, ihre Freundin, bald wieder in ihrer früheren Geſundheitsfülle zu ſehen.

Die Nachricht von dem Unfall, der Berenicen be⸗ gegnet war, ſo wie von der darauf folgenden Krank⸗ heit verbreitete ſich durch das Land und die vielen Er⸗ kundigungen, die von allen Seiten her über ihr Be⸗ finden eingezogen wurden, bezeugten den großen An⸗ theil, den man an ihr nahm. Wiederholt hatten ihre Bekanntinnen, ja auch ihre näheren Freundinnen, wenn ſie ſelbſt gekommen waren, um zu hören, wie