279
Ralph hob ſie von ihrem Roß, dann aber ſchlang ſie ihren Arm um Eva und ließ ſich durch dieſe in ihr Zimmer führen. Schnell wurden ihre Kleider ge⸗ wechſelt, die Selavin brachte ſie zu Bett, und dann erſchien ihre verzweifelnde Mutter, um ſie zu pflegen und an ihrem Lager zu weinen.
Ralph betrat niemals die Gemächer Elviſens, noch die ihrer Tochter und machte auch heute keine Aus⸗ nahme hiervon; er ſchickte aber von Zeit zu Zeit eine Selavin dorthin ab, um zu hören, wie Berenice ſich befände.
Dieſe war bald in Schlaf geſunken, während ihre Mutter an der einen Seite ihres, in der Mitte der Stube ſtehenden Bettes auf einem Stuhl ſaß, Eva aber auf der andern Seite ſtand und Beide ihre be⸗ ſorgten Blicke auf das jetzt mit brennendem Purpur überflogene ſchöne Geſicht der Schlummernden hefteten. So wachten ſie über jeden Athemzug, über jede, auch die leiſeſte Bewegung derſelben, bis der Tag durch die Fenſter drang und die Ruhe, deren Berenice noch immer ungeſtört genoß, die bangen Sorgen der beiden Wachenden mehr und mehr beſeitigte.
Elviſe legte ſich nun, von Müdigkeit überwältigt, auf das Sopha nieder, um eine Stunde zu ruhen, während Eva für dieſe Zeit es übernahm allein zu wachen. Erſt kurz vor Mittag ſchlug Berenice die Augen wieder auf und fühlte ſich durch den langen
„
—


