und ihm dort jene wunderbar lieblichen Weiſen ent⸗ locken; willſt Du es thun?⸗
„Von Herzen gern, ſüße Elviſe, ich fürchte nur, daß es meinem armen Inſtrument gehen wird, wie der Fantaſie, wenn ſie mit der Wirklichkeit in Be⸗ rührung kommt; das Unbekannte, das Räthſelhafte hat viel mehr Reiz für uns Menſchen, als das, was wir offen vor uns ſehen und vollſtändig erkennen. Mein Inſtrument iſt eine Zither, die ich während meines Aufenthaltes in Italien ſpielen lernte. Ich gehe und hole ſie“, erwiederte Montelard und wollte nach ſeinem Zimmer eilen, doch Eloiſe hielt ihn zurück und ſagte:
„So laß uns zuerſt Thee trinken, Eva wird ſchon damit auf uns warten.“
Die Selavin öffnete auch eben die Thür, um die Herrſchaft zum Abendbrod, welches bereits aufgetragen war, hereinzurufen, worauf Montelard die Hand Eloiſens ergriff und ſie zu Tiſch geleitete.
Nach dem Eſſen brachte dieſelbe ihr Kind zur Ruhe und fand dann, als ſie unter die beſchattete Veranda trat, Montelard hier ihrer harrend.
Die Natur war in Schlaf geſunken, lautlos und ſtill lag Wald und Flur um das einſame Haus, das Silberlicht des Mondes zeigte auf den ſchwarzen Maſſen der Orangen- und Citronenbäume die gol⸗ denen Früchte, die auf ihnen glänzten, und ließ die


