10
brechenden Sonnenſtrahlen die bunteſte Blumenflor, und die Rieſenpflanzen, die den Boden bedeckten, waren mit Blüthenkelchen geziert.
Reich und ſüß gewürzt durchzog die friſche Abend⸗ luft dieſe ſchattigen Räume und umwogte mit dem Geſang der Vögel die beiden Wandelnden.
So wie die Natur neu und wonnig belebt erſchien, ſo war auch Frühling in den Herzen der Liebenden eingezogen und ihre Gefühle ſtanden mit dem heiligen Frieden, der ſie umgab, in Einklang.
So ſchön hatten ſie den Wald nie geſehen, ſo ſüß hatte die Luft nie geduftet, ſo lieblich hatten die Vögel nie geſungen und ſo prächtig war die Sonne nie in ihr glühendes Bett hinabgeſtiegen.
Der Mond hatte ſein mildes Licht über die Erde verbreitet, als Elviſe, von Montelard umfangen, das Dunkel des Waldes verließ und, beſeligt, mit ihm dem Hauſe zuſchritt.
„Ich habe eine Bitte an Dich, mein Alfons“, ſagte ſie zu dem Geliebten.
„Möchte doch mein ganzes Leben nur eine Ge⸗ währung für Deine Wünſche ſein, theuerſte Elviſe. Was iſt es, das Dich erfreuen könnte?“ erwiederte Montelard mit Zärtlichkeit.
„Du ſollſt Dein, mir noch unbekanntes, geheim⸗ nißvolles Inſtrument, deſſen Zaubertönen ich ſo oft gelauſcht habe, zu mir unter die Veranda bringen


