Teil eines Werkes 
4. Band (1860)
Entstehung
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brennendfarbigen Granatblüthen in mattem Roth er⸗ kennen, doch die beiden Glücklichen konnte es nicht erreichen, ſie ſaßen im traulichen Dunkel an dem Ende der Veranda, begeiſtert von ihrer Liebe und von dem Reiz der Tropennacht, deren kühlender, mit Blüthenduft gewürzter Wind ſie wohlthuend umfächelte und deren funkelnde Diamanten vom Himmelszelt freundlich zu ihnen niederglänzten.

Die Zither ertönte, ſüß und melodiſch bebten ihre Accorde durch die ſtille Nacht und klangen wie Aeols⸗ harfentöne im nahen Walde wieder; Elviſe hielt deren Schöpfer mit ihrem zarten Arm unſchlungen und ruhte mit ihrer glühenden Wange an ſeiner Schulter. Es war eine ſo ſelige Nacht für Beide, wie ſie Sterblichen nur ſelten geboten wird, ſie fühlten ſich der Erde und dem Neid der Menſchen entrückt und ahneten nicht, daß die Schlange, die ihr Gift in ihr Glück miſchen wollte, in der Nähe auf ſie lauere.

Nur wenige Schritte von ihnen entfernt lag unter dem dichten Laub eines Granatbuſches Soublett auf dem Boden hingeſtreckt und hielt ſein Ohr und ſeinen giftigen Blick nach den Liebenden hin gerichtet; die ſüßen Klänge der Zither hatten ihm den Weg zu dem Ziele ſeiner Rache gezeigt, und mit boshafter Wolluſt verſchlang er jedes Wort, jede Bewegung Montelards und Eloiſens.

Die Stunden hatten Flügel, die Nacht eilte dahin