——
„Mein Leben gehört Ihnen, Elviſe, erkennen Sie es als Ihr ewiges Eigenthum an und machen Sie mich zum Glücklichſten aller Sterblichen.“
Vergebens ſuchte Elviſe nach Gedanken, um zu erwägen, was ſie thun ſolle, ihr Gefühl, ihr Herz riß ſie fort.—
„Stehen Sie auf, Montelard, und nehmen Sie auch die Hülle, deren Seele Sie ſchon längſt beſeſſen haben“, rief ſie mit ſtammelnder, halblauter Stimme und ſank in die Arme des Mannes, deſſen Bild ſchon ihre Jugendträume als Ideal bezauberte.
Beiden hatte ſich ein Himmel voll Seligkeit ge⸗ öffnet, ſie dachten der Vergangenheit nicht mehr, nur das Paradies ihrer Zukunft lag vor ihnen und in der Wonne der Gegenwart erhoben ſich ihre vereinigten Seelen über irdiſches Glück. Ihrer gänzlich hoff⸗ nungsloſen verborgenen Liebe war ſo plötzlich, ſo unverhofft die Freiheit gegeben, daß Beiden lange Zeit die Worte fehlten, ſie auszuſprechen, in langer ſeliger Umarmung aber erkannten ſie, was ihre Herzen
ſo ſtürmiſch bewegte.
Als die Gewalt des Augenblicks verwogte und Montelard zuerſt ſeinen Gefühlen Worte gab, hob Eloiſe ihr Kind auf ihre Arme, reichte es unter Thränen dem Geliebten, dem künftigen Gatten hin und flehte ihn an, Vaterſtelle an dem Liebling zu vertreten. Mit heiliger, inniger Aufrichtigkeit ſagte
————


