Teil eines Werkes 
4. Band (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

7

befreit ſei, der ihr Lebensglück auf das Ruchloſeſte mit Füßen getreten hatte, war der mächtigere, der herrſchende.

Das drohende ſchwarze Gewölk war von ihrem Lebenshimmel verſchwunden, ſie athmete tief auf, preßte ihre Hände mit der Zeitung krampfhaft gegen ihr Herz und hob ihre thränenvollen Augen wie zum Danke nach Oben.Frei noch einmal frei dachte ſie, ohne ſich verlaſſen zu fühlen, denn der Freund ſtand zugleich vor ihrem Geiſte; da öffnete ſich die Thür und Montelard trat in das Zimmer.

Ueberraſcht und erſchreckt fiel ſein Blick auf die bleichen Züge Elviſens, er ſah die Thränen von ihren langen Wimpern fallen, eilte, von Theilnahme bewegt, auf ſie zu und ergriff erſtaunt die Zeitung, die ſie ihm entgegenhielt.

Im Augenblick hatte er die Anzeige über Ralph's Tod durchleſen, ein Ausdruck beſeligender Hoffnung ſtrahlte über ſein Antlitz, ſeine Augen erglühten in Leidenſchaft und mit den Worten:

Eloiſe, Sie ſind frei! warf er ſich zu deren Füßen nieder und preßte ſeine Lippen auf ihre Hand, die er in der ſeinigen hielt.

Stehen Sie auf, Herr Montelard, flehte Elviſe mit leiſer, zitternder Stimme; doch dieſer drückte ihre Hand abermals gegen ſeine Lippen und ſagte in ſtür⸗ miſcher Bewegung: